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Wir sind heute sehr in Gefahr, in der Hektik und dem Leistungsdruck
unserer Gesellschaft den natürlichen Bezug zur Umwelt, zu uns
selbst und auch zu einem letzten Sein völlig zu verlieren;
sogar der religiöse Mensch klagt über die Oberflächlichkeit
seines Betens und die geringe Tiefe seines Glaubens. Wir alle brauchen
heute mehr denn je eine Hilfe, zu uns selbst zu finden, und es gibt
vielerlei Methoden und Wege, die sich anbieten.
Wenn es sich um wahre Wege handelt, so treffen sie sich bei aller
Verschiedenheit der Methode je weiter sie zum Wesentlichen vordringen.
Von den echten Wegen ist sicher ZEN einer, der auf eine lange Tradition
zurückblicken kann und dessen Methode so klar und einfach ist,
daß jeder Mensch, egal welchen Alters, welcher Ausbildung,
welcher Nationalität und welcher Weltanschauung ihn gehen kann.
Da nicht das theoretische Wissen, sondern die eigene Erfahrung zählt,
lernt man ZEN nicht aus Büchern und Vorträgen, sondern
erfährt es durch Üben. Dabei ist die wichtigste Praxis
das ZAZEN (Sitz-ZEN), ein Sitzen in höchster Versenkung, wobei
man sich aber mit keinerlei Gedanken und Inhalten beschäftigt.
Dieses ZAZEN kann man nur unter der Anleitung eines Meisters oder
erfahrenen Lehrer richtig einüben.
"Zen verkündet von sich selbst,
daß es der Geist des Buddhismus ist, in Wirklichkeit ist es
der Geist aller Religionen und Philosophien. Wird ZEN im Tiefsten
verstanden, so erreicht der Geist den vollkommenen Frieden und der
Mensch lebt, wie er leben soll."
Daisetz T. Suzuki |
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